Das International College of Surgeons (www.icsglobal.org) ist eine chirurgische Gesellschaft mit Landessektionen auf allen Kontinenten. Sie wurde 1935 in Genf durch Dr. Max Thorek gegründet, um eine Brücke zwischen den Chirurgen aller Länder zu schlagen, ohne Diskriminierung von Heimat, Glauben oder Rasse und um zur Entwicklung der Chirurgie in der ganzen Welt beizutragen. Das humanitäre Programm des ICS hat sich zum Ziel gesetzt, die medizinische und insbesondere chirurgische Versorgung in vernachlässigten Gesellschaften nachhaltig zu fördern. Zu diesem Zweck sollen lokale Ressourcen entwickelt und geschult werden. Dabei soll keine hochspezialisierte Medizin importiert werden, sondern der Schwerpunkt in Übereinstimmung mit der „Global Initiative for Essential and Emergency Surgical Care“ (GIEESC)-Initiative der WHO auf die Förderung von Basis- und Notfallchirurgie gelegt werden.

http://www.icsglobal.org/

Projektbeschrieb Nigeria

Seit 2011 reisen mehrmals pro Jahr Teams aus erfahrenen Ärztinnen und Ärzten verschiedener operativer Disziplinen (Chirurgie, Anästhesie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Operationspersonal) nach Okpoga, Nigeria, in ein Distriktspital mit 120 Betten. Nigeria liegt in Westafrika und ist mit ca. 200 Mio. Einwohnern das Bevölkerungsreichste Land in Afrika. Nigeria gehört zu den ärmsten Ländern der Welt (Human Development Index beträgt 0,529 (152/188. Rang)). 46 % der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Bezogen auf die Armutsgrenze der Weltbank sind es 53,5 % welche in absoluter Armut von unter 2 Dollar pro Tag leben. Wie in vielen afrikanischen Distriktspitälern herrscht auch in Okpoga grosser Mangel an ausgebildetem Fachpersonal und spezialisierten Ärzten. Deshalb engagieren wir uns gemäss den Empfehlungen der GIEESC-Initiative der WHO in der theoretischen und praktischen Grundausbildung von Ärzten und nicht-ärztlichem medizinischem Personal mit dem Fokus auf die chirurgische Grund- und Notfallversorgung, Gynäkologie/Geburtshilfe und Anästhesie. So haben wir in den letzten Jahren mehrere Ärzte und Pfleger in der Grund- und Notfallversorgung chirurgischer und geburtshilflicher Erkrankungen geschult. Leistenbrüche und Kaiserschnitte gehören im südlichen Afrika zu den am häufigsten durchgeführten Operationen. Trotzdem sterben immer noch viele unbehandelte Patienten unnötig an Komplikationen dieser Erkrankung. Durch die intensive Schulung und Verwendung von günstigem Moskitonetz anstelle der teuren Industrienetze konnte die Behandlung der Patienten aber schon nachhaltig verbessert werden.